Übers Auffahrtswochenende sind wir für drei Tage nach Deutschland gefahren und haben uns in der Pfalz die Dom- und Kaiserstadt Speyer angeschaut. Fasziniert hat mich der Rhein, der hier schon recht breit ist, das grossartige Technik-Museum und die nicht besonders grosse, aber geschichtsträchtige Stadt Speyer. Ein Beitrag mit vielen Bildern.

Tag 1: Speyer — Stadt am Rhein

Unsere deutsche Freundin hat uns am „Hauptbahnhof“ abgeholt und ins Hotel gebracht. Nach dem Zimmerbezug hat sie uns die prächtige Flaniermeile gezeigt. Den Speyerer Dom, den wir bei unserem letzten Besuch eingehend besichtigt haben, haben wir links liegen gelassen und sind via Domgarten und Rheinstadion zum Alten Hafen hinuntergegangen. Am Helmut-Kohl-Ufer gibt es eine grosse Freizeitzone — Bewohner- und Besucher:innen von Speyer promenieren dem Rhein entlang und geniessen den freien Tag. Mich faszinierte der breite Fluss, der hier ganz ruhig vorbeiströmt und schon so breit ist, dass Brücken eher rar sind. Auch in helvetischen Gefilden kann man mit Schiffen rheinaufwärts oder -abwärts fahren oder mit einer Fähre den Fluss überqueren, aber hier ist der Rhein eine Wasserstrasse, auf der viele Güter und Passagiere transportiert werden.

Tag 2: Technik Museum Speyer

Schon bei unserem letzten Besuch in Speyer war ich fasziniert vom Jumbo-Jet der über die Dächer von Speyer hinweg startet: Der metallene Riesenvogel, ein Exponat, das im Technik Museum Speyer auf Stelzen steht, wirkt von weitem, als wäre er beim Start eingefroren worden. Als die beiden Frauen, mit denen ich das verlängerte Wochenende verbrachte, einen Frauentag machen wollten, war für mich klar: Ich besichtige den ewig startenden Jumbo-Jet. Aber das Technik Museum Speyer ist nicht nur für Technik-Freaks ein tolles Museum: Dampflokomotiven, Oldtimer-Feuerwehrautos, Strassenfahrzeuge aller Art, Kampfflugzeuge, Düsenjets, Helikopter, kleine und mittelgrosse Schiffe — ja sogar ein U-Boot, eine russische Raumfähre und last but not least die ausrangierte Boeing 747 der Lufthansa ziehen Gross und Klein in ihren Bann. Hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen.

Tag 3: Historischer Stadtrundgang

Die Kaiserstadt Speyer ist eine überaus geschichtsträchtige Stadt, wie Rundgang am dritten Tag unseres Aufenthalts eindrücklich zeigt. Unser Rundgang beginnt beim Altpörtel, einem 55 m hohen Turm am einen Ende der Maximilianstrasse. Geht man durch das Stadttor im Altpörtel, kommt man auf den Postplatz, wo die bayerische Regierung um die Jahrhundertwende (damals war die Pfalz ein bayerischer Landkreis) für die Oberpostdirektion einen Postpalast errichten liess. Heute ist das schlossartige, vom Historismus geprägte Gebäude entkernt und umgebaut in ein Einkaufszentrum mit (unserem) Hotel, Restaurant und Arztpraxen. Für den Rest des Rundgangs folgen wir plus minus einem Plänli mit Rundgangsempfehlung, das uns ein rühriger Mitarbeiter des Archäologischen Schaufensters in die Hand drückt. Unter anderem besuchen wir die Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Protestation zu Speyer (der Reichstag zu Speyer 1529 war eine Geburtsstunde des Protestantismus), die barocke Dreifaltigkeitskirche, das historische Rathaus und den Kulturhof Flachsgasse, den Judenhof (die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sind seit 2021 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes), das Kloster und die Kirche St. Magdalena (auch eine Gedenkstätte für die heilig gesprochen Edith Stein, die hier 1923 – 1931 als Lehrerin tätig war und 1942 in Auschwitz umgebracht wurde).

Fazit

Die drei Tage in Speyer waren überaus abwechslungsreich und interessant. Uns hat es gut gefallen. Ein Wort zu unserem Hotel: Das Amedia Plaza Speyer am Rand der Altstadt ist gut gelegen, zahlbar und war für unsere Zwecke tipptopp. Etwas kompliziert ist die Gebäudestruktur: Das Hotel besteht aus zwei Trakten, die nur in den unteren Stockwerken miteinander verbunden sind, was die Orientierung erschwert. Hat man’s mal begriffen, findet sich die Rezeption und der Frühstücksraum fast von selbst…