Trau keinem Bild im Internet! Das ist in Zeiten digitaler Bildbearbeitung, die immer einfacher und zugleich raffinierter wird, der richtige Umgang mit Bildern. Schon früher wurden Fotos retuschiert und geschönt, aber noch nie war es so einfach, missliebige Bildelemente zu entfernen und fehlende Bildinhalte einzufügen. Solange nicht Arglist im Spiel ist, kann ein gefaktes Bild im Spiel mit der Täuschung sehr spassig sein.

Das Multifunktionsgerät HP PSC 1210

Das Multifunktionsgerät HP PSC 1210

Das gilt auch für meinen Samstagstexter #13. Die Recherche mit Tineye liefert 27 Ergebnisse (z.T. Mehrfachtreffer), davon sind 7 Fotos vom HP-Drucker-Scanner-Kopierer PSC 1210, den Hewlett-Packard gemäss einem russischen IT-Blog an der CeBIT 2003 präsentierte.
 

Der Fake von worth1000.com

Der Fake von worth1000.com

Die übrigen 20 Resultate zeigen ein Multifunktionsgerät mit Toaster — das älteste Bild des „HP-Toasters“ stammt vermutlich aus einem Photoshop-Wettbewerb auf worth1000.com, eine Website mit Design- und Photoshop-Wettbewerben, die 2014 in die Website DesignCrowd integriert wurde.

DesignCrowd ist übrigens eine gigantische Bilderwettbewerb-Internetseite, wo man sich einerseits für wenig Geld z.B. ein Logo gestalten lassen kann und wo andererseits Community Contests stattfinden. Von über 12’000 durchgeführten Wettbewerben (inkl. worth1000.com) gehören über 8000 zur Kategorie Photoshop und etwa 3300 waren Fotowettbewerbe. Der Trumphead im Titelbild dieses Beitrags war übrigens das Teaserbild für Halloween Props That Look Like Trump, den vorletzten Community Contest auf DesignCrowd, an dem sich leider nur 4 Designer beteiligten. Bei DesignCrowd erhalten die GewinnerInnen Punkte auf dem Community Leaderboard. Beim Freitagstexter (seit 2005) mit schätzungsweise 500 bis 1000 Wettbewerben haben wir keine solchen ausgefeilten Statistiken und auch kein so umfangreiches Archiv, sondern „nur“ eine chronologische Liste der GewinnerInnen auf Twitter. Herzlichen Dank an wer immer diese hilfreiche Liste führt!

Print your food & beverage at home

Die nicht repräsentative Trendanalyse der FreitagstexterInnen ergibt folgendes: Wie beim Smartphone geht auch bei den Druckern der Trend zu All-in-one-Geräten weiter. Der Drucker der Zukunft ist auch ein Küchengerät, das nicht nur scannen, drucken und toasten kann, sondern auch O-Saft frisch pressen (hubbie) oder Kaffee machen (iGing). Diese trendige Multifunktionalität sei „die Zukunft der Printmedien“ (bewitched), für die es auch schon ein erstes „Toastimonial“ (nömix) gibt. Und die Zukunft der 3D-Printer kennt keine Grenzen: Sie sind auch Bräunungsgerät und eine Gefahr für Fernbeziehungen (sternschnuppe). Nur Lisa (bee) kann dem Trend gar nichts abgewinnen: Sie wollte eigentlich wieder zurück zum monofunktionalen Schwarz-Weiss-Gerät — ihr Lieblingsgerät ist immer noch der 9-Nadel-Drucker von OKI, der gemäss Wikipedia 2013 das Prädikat „Technologisch wertvolles Erbe“ erhielt. Sie liebt diesen 68er Drucker wegen des charakteristischen Geräuschs, das typähnlich im selbigen Wikipediaeintrag nachgehört werden kann…

Die Jury hatte es diesmal einfach, denn am meisten lachen musste sie über die Wortkreation von Nömix, der damit den Pokal gewinnt und den nächsten Wettbewerb ausrichten darf:

Der Freitagstexter #13 stammt ursprünglich von worth1000.com

Symbolbild »Toastimonial«

Und hier geht’s zum nächsten Freitagstexter:

Die ewige Bestenliste auf Twitter: twitter.com/Freitagstexter

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