Ich hab’s getan! Ich habe meinen neuen WordPress-Blog auf www.kulturflaneur.ch mit meinem alten Twoday-Blog auf kulturflaneur.twoday.net verheiratet. Das heisst: Ich schreibe meine Blog-Beiträge mit WordPress und sie erscheinen dann auf beiden Plattformen praktisch im identischen Layout. Das Rezept mit zwei Varianten findet sich bei neonwilderness.twoday.net/stories/wordpress-heiratet-twoday/. Vielen, herzlichen Dank für die Vorarbeit und den hervorragenden Beschrieb an Neonwilderness!

Als Reaktion auf meinen Beitrag Wenn es nacht wird über twoday hat Neonwilderness oben erwähnte Anleitung zur Verheiratung von WordPress und twoday ins Netz gestellt. Da ich aber bis vor kurzem noch damit beschäftigt war, die auf twoday erstellten Einträge für den neuen Blog aufzubereiten, habe ich bis jetzt mit der Verheiratung noch zugewartet. Aber ab jetzt — das ist der Vorteil dieser Ehe — muss ich meine beiden Blogs nicht mehr parallel führen, sondern der eine spiegelt sich im andern.

Die Heirat an sich war — ganz anders als im realen Leben — dank hervorragender Anleitung von Neonwilderness wirklich unkompliziert. Aufwändig war hingegen die „Züglete“ vom alten auf den neuen Blog. Hier ein Erfahrungsbericht mit einigen Tipps:

  • Wer von twoday wegmöchte oder wie ich einen Parallelblog anlegen möchte, sollte sich zuerst überlegen, wo dies geschehen soll: auf einer Bloggerplattform (wie blogger.de, blog.de, wordpress.com etc.) oder — wie ich — auf einer eigenen Homepage, was mehr Spielraum gibt beim Speicherplatz für Bilder. Das Bloggen auf einer Gratisplattform ist sicher kostengünstiger.
  • Wer aber — und um das geht es in diesem Eintrag — WordPress als Blogsoftware verwenden möchte, muss entweder WordPress auf dem Host der eigenen Homepage installieren (bei vielen Anbietern bereits vorinstalliert) oder sich auf wordpress.com einrichten. Wahrscheinlich gibt es weitere kostenlose Blog-Plattformen, die WordPress als Software verwenden.
  • Ist der WordPress-Blog eingerichtet, steht hat man die Qual der Wahl des Layouts — oder Themes, wie das bei WordPress heisst: Auf wordpress.org stehen fast 2000 Themes zur Auswahl. Vor dem Entscheid, wie der Blog in Zukunft daherkommt, lohnt es sich, einige Testeinträge zu erstellen und verschiedene Themes und ihre Möglichkeiten auszuprobieren. Dabei sollte man folgendes bedenken: Je mehr sich das neue Layout vom alten twoday-Layout unterscheidet, desto aufwändiger wird es, die alten Einträge ans neue Layout anzupassen.
  • Unterscheiden sich die Layouts — wie in meinem Fall — stark, gibt es nur zwei Optionen: Entweder man belässt die alten Einträge auf twoday, wie sie sind, und blogt mit WordPress im neuen Stil weiter, dann macht aber die Verheiratung von WordPress mit twoday wenig Sinn, weil auch die alten Einträge auf twoday im neuen Layout dargestellt werden und zum Teil komisch aussehen. Oder man nimmt sich die Mühe und passt die alten Einträge ans neue Layout an. Das hiess in meinem Fall zum Beispiel: Für jeden Eintrag ein Titelbild suchen und festlegen. Bei Einträgen ohne Bild konnte ich zum Teil auf das neue Zitat-Feature ausweichen, aber für manche Einträge brauchte es neue Bilder…
  • Für die Migration der alten Einträge auf den neuen Blog gibt es Hilfsmittel: In der Administration von twoday gibt es die Funktion „Import/Export“, mit der man Einträge und Kommentare in ein Textfile exportieren kann. Dieses Textfile sollte man dann mit Suchen/Ersetzen so bearbeiten, dass es nach dem Import in WordPress möglichst wenig zu tun gibt. Zum Beispiel: Die fixen Bildbreiten (meine Bilder waren in twoday oft mit width=“435″ formatiert) systematisch mit einer Prozentangabe wie ersetzen. Achtung: Jede notwendige Anpassung, die im Texteditor nicht für alle Einträge vorgenommen wird, muss nach dem Import in jedem Eintrag einzeln gemacht werden. Schliesslich kann man das so vorbereitete Textfile in WordPress importieren:

    Der Import in WordPress erfolgt übers Dashbord - Werkzeuge - Daten importieren und dann "Movable Type and TypePad" auswählen Der Import in WordPress erfolgt übers Dashbord: „Werkzeuge – Daten importieren“ und dann „Movable Type and TypePad“ auswählen.

  • Nach dem Import sind die alten twoday-Blogeinträge als Entwürfe gespeichert und müssen dann noch freigeschaltet werden. Jetzt rächen sich alle Nachlässigkeiten der Vergangenheit: Zu klein gespeicherte Bilder machen sich im neuen Layout gar nicht gut. Unsystematisch benamste Bilder erscheinen nun als „Broken Images“. Und selbstverständlich funktionieren Links, die in twoday schon nicht mehr funktionierten, auch in WordPress nicht mehr. Nicht immer lohnt es sich, diese obsoleten Links zu erneuern. Aber wenn ein Eintrag auf einem Youtube-Video aufbaut, das inzwischen gelöscht wurde, muss man entweder für Ersatz sorgen oder den ganzen Eintrag löschen… Nichts ist vergänglicher als das Internet!
  • Last but not least bleibt die Verheiratung von WordPress mit twoday, die dank der Vorarbeit von Neonwilderness ein Kinderspiel ist. Allerdings verschwinden mit dieser Aktion auch lieb gewonnene Features von twoday, in meinem Fall z.B. die Liste der 25 meistgelesenen Einträge.

Fazit: Diese „Züglete“ hat mich viel Aufwand gekostet, der sich aber gelohnt hat. Ich finde, mein Blog sieht attraktiver aus, bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten, lässt sich besser mit den Social Media vernetzen und vereinfacht das Blogen. Ein Youtube-Video beispielsweise lässt sich mit iframe viel einfacher einbetten als in twoday. Und schliesslich: Ich hoffe immer noch, das twoday die Lichter nicht löscht, aber sicher ist sicher.

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