Nach dem Baselbieter Nein zu zusätzlichen Subventionen ans Theater Basel möchte ich eine ketzerische Frage stellen: Warum führt man an den grossen Kulturinstitutionen, die mehrheitlich von den Städten finanziert werden, keine Einheimischentarife ein?

Die Baselbieter Stimmberechtigten haben letzten Sonntag eine Vorlage, die dem Basler Theater eine Zusatzsubvention von total 17 Millionen Franken in den nächsen vier Jahren gebracht hätte, mit 51.4% Nein knapp abgelehnt. Die Karte zeigt: Zustimmung in der unmittelbaren Nachbarschaft von Basel und je weiter weg, desto grösser die Ablehnung.

Quelle: bazonline. Der Bezirk Arlesheim, wo 54.9% der Stimmenden wohnen, sagte zu 57.2% Ja, wurde aber vom Rest des Kantons, der zu 61.9% Nein sagte, überstimmt.

Da in diesem Fall die Stadt ausserhalb des Kantons liegt, wäre es falsch, von einem Stadt-Land-Graben zu sprechen, hier handelt es sich vielmehr um einen Agglomeration-Land-Graben. Hätte die dazu gehörende Stadt mitstimmen können, wäre die Abstimmung klar anders ausgegangen. Deshalb der ketzerische Vorschlag eines Zürchers, der in Luzern lebt: die beiden Halbkantone fusionieren, und die durch die künstliche Trennung verursachten Probleme sind mit einem Schlag beseitigt.

Und noch ein ketzerischer Vorschlag: Grosse Kulturinstitutionen mit überregionaler Ausstrahlung könnten doch — wie am Skilift — Einheimischentarife einführen, so dass diejenigen, die von diesen Institutionen profitieren, aber sie nicht mitfinanzieren, mittels höherer Eintrittspreise zur Kasse gebeten werden. Nachdem der Kanton Zug sich weigerte, sich an den Kosten der grossen Kulturinstitutionen in Zürich und Luzern zu beteiligen, wurde 2006 im Zürcher Kantonsrat ein entsprechendes Postulat der Grünen diskutiert, aber mit 125 zu 20 Stimmen bachab geschickt.

Seit der interkantonale Kulturlastenausgleich doch noch zu Stande gekommen ist und sich Zug an den Kosten der sechs grossen Häuser in Zürich und Luzern mit 2.1 Millionen Franken beteiligt, ist der Einheimischentarif sowieso vom Tisch. Jetzt wundern sich die ehemaligen Trittbrettfahrer nur noch darüber, wie viel Geld diese Kulturtempel doch verschlingen, siehe aktueller Artikel in der Aargauer Zeitung: Aargauer lieben fremde Kultur: Regierung zahlt Zusatzmillion.

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