Mit ihrer Chaos-Initiative gefährdet die SVP den bilateralen Weg, unsere Jobs, Löhne und Renten, unser Gesundheitswesen und unseren Wohlstand. Deshalb: NEIN zu dieser brandgefährlichen, ausländerfeindlichen Initiative, die am 14. Juni zur Abstimmung kommt und unser Land ins Chaos stürzen würde.

Beunruhigend sind die Umfrageergebnisse zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» schon: Wollten gemäss Tamedia-Umfragen (mit dem Institut Leewas) im November 2025 noch 48% der Befragten Ja oder eher Ja stimmen, kippte die Prognose im April 2026 ins JA: 46% wollten Ja und 6% eher Ja stimmen (vgl. TA vom 29.4.2026. Die 1. SRG-Trendumfrage (mit gfs.bern) zeigte Ende April ein Patt von 47 zu 47: 38% wollten Ja und 9% eher Ja stimmen, während 41% Nein und 6% eher Nein zu stimmen beabsichtigten (vgl. Umfrage von gfs.bern vom 8.5.2026).

Enges Rennen — bunte NEIN-Kampagnen

Es zeichnet sich also ein knappes Resultat ab. Dass die SVPler:innen geschlossen hinter ihrer Initiative stehen, ist nicht verwunderlich, aber schockierend ist, dass die Chaos-Initiative über die SVP hinaus bis in die Mitte auf Zustimmung stösst: Gemäss Umfragen will die Basis der FDP trotz Nein-Parole der Partei mehrheitlich Ja stimmen und auch «Die Mitte» ist gespalten. Das NEIN-Lager hingegen ist politisch breit gefächert, denn es gibt viele gute Gründe, diese brandgefährliche Initiative abzulehnen. Klar ist: Diese Abstimmungsschlacht kann nur in der Mitte des politischen Spektrums gewonnen werden, deshalb macht es wohl Sinn, ganz verschiedene NEIN-Kampagnen zu führen:

Die bürgerliche Allianz «NEIN zur Chaos-Initiative» wird von der FDP angeführt.

Die bürgerliche NEIN-Allianz warnt vor Mangel an Arbeitskräften in der Pflege, bei den Handwerkern, Fachkräften und beim Servicepersonal, aber auch vor Planwirtschaft und Verteilkämpfen um Arbeitsplatz-Kontingente. Die Chaos-Initiative gefährde Schengen/Dublin sowie den bilateralen Weg.

Der Gewerkschaftsbund kämpft gegen Lohndumping und Rentenabbau.

Die Gegenkampagne des SGB argumentiert, dass Unsicherheit Gift für unsere Jobs sei und die Kündigung der Bilateralen zu Lohndumping führe. Die SVP-Initiative verursache Finanzierungslücken bei der AHV und einen Rentenabbau bei den Pensionskassen. Im Gesundheitswesen schliesslich drohe ein Chaos wie in Grossbritannien.

Linksgrün lanciert mit «10 Millionen x Nein» ein Manifest gegen die SVP-Schweiz.

Das Manifest gegen die SVP-Schweiz, lanciert von der WoZ, warnt vor einer isolationistischen SVP-Schweiz. Ab 9.5 Millionen muss der Bundesrat das Asylrecht aussetzen, völkerrechtliche Abkommen aufkünden und die Personenfreizügigkeit mit der EU beenden. Die Initiative meissle das Parteiprogramm der SVP in die Verfassung. Das Manifest ruft auf, sich gegen diese drohende Katastrophe zu wehren.

Die Nein-Kampagne der SP warnt vor einem baldigen Ende des bilateralen Wegs.

Die NEIN-Kampagne der SP begründet ihr NEIN mit der angestrebten Kündigung der bilateralen Verträge, mit dem Angriff auf die Kaufkraft der Bevölkerung, mit dem Auseinanderreissen von Familien, mit dem Pflege-Chaos und dem absehbaren Kollaps des Gesundheitswesens und mit ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen.

Die Operation Libero hat genug vom ausländerfeindlichen «Blame Game by SVP».

Die Kampagne der Operation Libero moniert das immer gleiche Spiel der SVP, die wieder einen ausländerfeindlichen Vorschlag auftischt, diesmal unter dem Titel «Nachhaltigkeit». Das ist nun die 10. Überfremdungsinitiative seit James Schwarzenbach. Die populistischen Taktiken bleiben: echte und erfundene Herausforderungen instrumentalisieren, um die Ausländer:innen als Schuldige servieren.

Viel Geld im Spiel, denn es geht um viel.

Heute hat die Eidgenössische Finanzkontrolle bekannt gegeben, wie viel die Befürworter:innen der SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» in ihre Kampagne stecken und wie viel die Gegner:innen für die Bekämpfung der Chaos-Initiative aufwenden (vgl. Übersicht über die Kampagnenfinanzierung). Es handelt sich um den teuersten Abstimmungskampf, seit die Kampagnengelder offengelegt werden müssen (seit Herbst 2023): Während die JA-Seite 6.4 Millionen investiert, steckt die breit gefächerten NEIN-Seite 9 Millionen in ihre diversen Kampagnen. Hoffentlich nützt’s, denn die Meinungen sind gemacht, es kommt also darauf an, besser zu mobilisieren und das eigene Lager dazu bringen, tatsächlich abzustimmen und ein NEIN gegen diese brandgefährliche, ausländerfeindliche Initiative einzulegen.