Nachdem ich Frau Frogg in einem Kommentar zu ihrem Text über das Gastmahl des Meeres der Ostalgie bezichtigt habe, bin ich selber der Ostalgie verfallen und habe das Internet nach ostalgischen Produkten durchforstet. Gefunden habe ich eine ganze Ampelmännchen-Industrie.


Bildquelle und Bericht über die Ampelmännchen-Studie: www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/317310.html

In den Ferien haben wir in der sächsischen Zeitung einen Bericht gelesen über eine neue Studie, die nachweist, dass DDR-Ampelmänner und -frauen besser erkennbar und lesbar sind als ihre westlichen Pendants — und erst noch vor allem bei Kindern schneller zur richtigen Reaktion führen: Rüber gehen oder stehen bleiben.

Bei der Internetsuche nach Ostalgie-Produkten hatte ich den grossen Ampelmännchen-Testbericht im Hinterkopf. Deshalb haben mich auf www.racheshop.de und auf www.ostprodukte-versand.de diese Fruchtgummis angesprungen — allerdings bin mir inzwischen gar nicht mehr sicher, dass die Fruchtgummi-Ampelmännchen tatsächlich ein Original-DDR-Lebensmittel sind.

Original ist hingegen das Design des Ost-Ampelmännchens, das 1961 vom Verkehrspsychologen Karl Peglau (1927 – 2009) entwickelt wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung war das Ampelmännchen akut bedroht — die Aktion „Rettet das Ampelmännchen!“ wehrte sich sein Verschwinden. 1997 war dann klar: Die beliebten Ost-Ampelmännchen waren gerettet und durften ihren Platz im Strassenbild behalten. Sie wurden zum Symbol der Ostalgie schlechthin. Der Berliner Industriedesigner Markus Heckhausen machte den Ost-Ampelmann und die Ost-Ampelfrau zu Kultfiguren und vermarktet sie seit 1996 in allen Formen und Farben: als Flaschenöffner, Fruchtgummis, Magnete, Korkenzieher, Schlüsselanhänger, T-Shirts etc. etc., siehe ampelmannshop.com — der Ampelmann ist inzwischen auch eine Marke.


Bildquelle: convention.visitberlin.de

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