Wenn über den See schreibe, meine ich den See von Keswick und der heisst: Derwent Water. Er sei immerhin der viertgrösste Englands, meint Wikipedia. Eine Seeumrundung sei reizvoll, meinten unsere englischen Freunde. Nun denn, machen wir uns auf die Socken.

Von unserer Ferienwohnung (1 — die Zahlen beziehen sich auf die Google-Maps-Route weiter unten) begeben wir uns an die Strandpromenade (2), von wo wir auf Empfehlung unserer englischen Freunde die Fähre zur Kitchen Bay (3) nehmen und die Seeumrundung um zwei, drei Meilen verkürzen.

Das Schiff sei noch nicht zum Einsteigen bereit, meint die Frau von der Derwent-Water-Schifffahrtsgesellschaft resolut, als wir eine Viertelstunde vor Abfahrt schon einsteigen wollen. Weil sie ein bisschen aussieht wie die „Iron Lady“ und mindestens so viel Haare auf den Zähnen hat, verpasst Frau Frogg ihr umgehend einen Ãœbernamen: Miss Thatcher. Angesichts der vielen Leute, die einsteigen wollen, hat Miss Thatcher ein Einsehen und lässt uns — ganz entgegen ihren Prinzipien — schon zehn statt nur fünf Minuten vor der Abfahrt einsteigen.

Die Kitchen Bay ist eine recht idyllische Ecke des Sees.

Hier unsere Wanderroute:


Derwent Water auf Google Maps mit unserer Wanderroute (hellblau gepunktet) und der Abkürzung mit der Fähre (rot). Die Google-Maps-Wanderer sind allerdings Schnellwanderer — wir jedenfalls sind länger unterwegs als Google Maps meint.

Ãœber die Catbells
Unmittelbar hinter der Anlegestelle der Fähre (75 m.ü.M.) beginnt der recht stotzige Zickzackweg auf die Catbells (4).

Dass sich der gut einstündige Aufstieg auf die Catbells (451 m.ü.M.) lohnt, zeigt das Gipfelpanorama:

Das Panorama auf den Catbells (zum Vergrössern aufs Bild klicken!)

Wanderschuhe sind empfehlenswert, denn auch der Abstieg von den Catbells ist recht steil.

Sumpfige Ebene
Unten angekommen, führt die Route quer über die sumpfige Ebene am oberen Ende des Sees (5). Auch hier ist das Seeufer sehr idyllisch. Der letzte Wegabschnitt führt über Stege, die bei Hochwasser nicht passierbar sind.

Hotel mit Wasserfall
Am Ende der Sumpfebene befindet sich das Lodore Falls Hotel (6) — höchste Zeit, den Durst mit einem Pint of Cider zu löschen.

Mit unserer Wanderkluft passen wir nicht 100%ig in die Gästeschar des Viersternhotels mit Spa: Frisch gebadet sitzen die Hotelgäste in weissen Bademänteln und Badeschlarpen im Hotelgarten, während wir verschwitzt und in Wanderschuhen unseren Durst löschen…

Die Lodore Falls hinter dem Hotel sind nicht spektakulärer als der Lichtenhainer Wasserfall in der sächsischen Schweiz, aber in den Hügeln des Lake Districts kann man auch nicht erwarten, dass Wasserfälle über Hunderte von Metern ins Tal stürzen…

Kiesstrand

Auf dem Rückweg nach Keswick folgen wir dem Ufer von Derwent Water (7) und entdecken immer wieder idyllische Ecken.

Objet trouvé

Gegen den Schluss der Wanderung finden wir am Rand einer Schafweide (8) „Kunst“ am Wegrand und blicken nochmals über den See auf die Catbells.

Fazit: Derwent Water ist wegen der vielen schönen Ecken eine Umwanderung wert, meint der Kulturflaneur.

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