Wie ich in einem früheren Beitrag über den Türkisch-Crashkurs schon einmal festgestellt habe, ist Türkisch gar nicht so einfach. Ein Quantum Trost bietet die Tatsache, dass die TürkInnen umgekehrt mit der deutschen Sprache ebenfalls ihre liebe Mühe haben.

Das Restaurant Ceylan (türkisch für „Gazelle“), wo es die wunderbar erfrischenden Sommerdrinks nicht virtuell, sondern real gibt, ist spezialisiert auf Gözleme, dünne gefüllte Fladenbrote, eine anatolische Spezialität zwischen Crèpes und Pfannkuchen.

Nach dem Essen brachte der Kellner, der leidlich deutsch konnte, jeweils solche Erfrischungstüchlein und sagte: „Guten Appetit!“. Das irritierte uns ein wenig, weil: Gespiesen hatten wir doch gerade. Wir konnten uns das nur so erklären, dass „Afiyet olsun!“ nicht nur „Guten Appetit!“ heisst, sondern auch so etwas wie „Wohl bekomm’s!“ — und deshalb im Gegensatz zu „Guten Appetit!“ auch nach dem Essen noch jemandem gewünscht werden kann. Und tatsächlich: Das Übersetzungsprogramm spuckt im Zusammenhang mit „Guten Appetit!“ auch das Wort Wohlbefinden aus. Ja, auch Deutsch ist voll von kulturellen Sprachfallen!

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