Es ist ja nicht so, dass ich das Verb dissen nicht kenne, aber es gehört nicht zu meinem Aktivwortschatz. Gerade deshalb ist mir hängen geblieben, dass Christian Jungen, Filmkritiker der NZZ am Sonntag, Jahrgang 1973, im Tagesgespräch von Radio SRF über Der «Bestatter» und sein Erbe das Wort dissen verwendete. Seither frage ich mich, bis in welchem Alter man dieses jugendsprachliche Wort verwenden darf.

Frau Frogg meint bis 25. Aber diesem Alter ist der Nachfolger von Pabst als Kulturchef der NZZ am Sonntag definitiv entwachsen — er ist 45. Ich frage mich deshalb: Warum verwendete er „dissen“ statt „heruntermachen“? Will Jungen sprachlich jung bleiben? Gehört Jugendsprache jetzt auch zum Sprachgebrauch der NZZ? Wird jetzt auch in der NZZ am Sonntag gedisst? Oder ist das eine neue Masche, um sich sprachlich zu distinguieren? Aber Christian Jungen will kein Disser sein — und schon gar nicht alles Populäre dissen.

Anlass für das Tagesgespräch vom 9.1.2019 war, dass die letzte Staffel der überaus populären Schweizer TV-Serie «Der Bestatter» angelaufen ist. Obwohl Jungen nur die ersten paar Folgen gesehen hat, ist das Gespräch mit Bettina Alber, die für die Eigenproduktionen bei SRF verantwortlich ist, informativ und interessant. Denn im Tagesgespräch bei Karoline Arn diskutieren die beiden Gäste nicht nur über den Bestatter, sondern auch über den weltweiten Serien-Hype, über andere Schweizer Serien wie «Lüthi & Blanc» oder «Wilder», über Swissness und Erfolgschancen von Schweizer Serien auf dem internationalen Markt.

Der «Bestatter» und sein Erbe: Bettina Alber, Projektleiterin Serien beim Schweizer Fernsehen, und Christian Jungen, Filmkritiker der NZZ am Sonntag, im Tagesgespräch mit Karoline Arn zum Nachhören.

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