…ist eine Fotomontage des jungen spanischen Fotografen David Blázquez, der 2006 seine Ausbildung an der Escuela de Arte de Sevilla abgeschlossen hat und heute in London lebt. Mit dem Freitagstexterbild hat er zumindest im Internet Furore gemacht — es hat sich verhundert-, wenn nicht gar vertausendfacht. Es ist Teil der Serie Mobiliario humano, die Blázquez 2009 in der Fotogalerie „El Fotómata“ in Sevilla gezeigt hat.

Zuerst hatte ich ein bisschen Skrupel, dieses Bild für den Freitagstexter zu verwenden, haben doch „menschliche Möbel“ etwas Despektierliches an sich: Menschen, die als Möbel „dienen“, werden zu Gegenständen, zu Objekten. Sucht man nach „human furniture“, zeigt die weltweite Bildergalerie von Google, dass Begriffe wie Sexobjekt, Besitz, Macht, Meister & Sklave nicht weit weg sind. Beim genaueren Betrachten des Humanregals bemerkte ich jedoch, dass der Fotograf ziemlich sicher sich selbst sechsmal abgelichtet und zum menschlichen Möbel zusammenmontiert hat. Das erklärt auch die merkwürdige Leichtigkeit, mit der die Männer an der Basis die Männer weiter oben zu tragen vermögen — sogar im Zirkus sieht so etwas anstrengender aus. Blázquez ist also in seinem menschlichen Mobiliar Subjekt und Objekt zugleich.

Eingegangen sind 16 Vorschläge, die zum Teil mit überraschenden Assoziationen und Ideen daherkamen. Es war für die Jury deshalb nicht einfach, sich aus den Top-Five-Beiträgen für einen Siegerbeitrag zu entscheiden — etliche hätten den Sieg ebenso verdient, doch nur eine Person kann gewinnen. Hier der Jurybericht:

Dass — wenn es um Bücherregale geht — IKEA für sein Regalsystem „Billy“ sein Fett abbekommen würde, war irgendwie zu erwarten. Dennoch machen die meisten Vorschläge einen grossen Bogen um den blauen Möbelriesen.

Anerkennungspreise
haben sich verdient: NeonWilderness, dank dem ich endlich weiss, wer Tine Wittler ist und was sie so treibt, der Pathologe mit seinem „Nude Sextett“ sowie das Bee mit Hermine, die statt eines Nachtschranks ein Nacktgestell geliefert bekommt.

Bronze
gehen ex aequo an Shhhhh, der erkannt hat, dass die tragenden Elemente des Humanmöbels geklont sind und das auch noch billyg fand, und an den Wortmischer, der sich an Gunther von Hagens Körperwelten erinnert fühlte und ein Endlager von Männerkörpern sah.

Silber
gewinnt gulogulo für seine beiden Vorschläge: „Die Joseph Boys happenen ein Fluxusmöbelstück.“ und „Das ist ja ein echt schräges, um nicht zu sagen ein chivas Regal.“ Beide liessen mich schmunzeln, doch kann ich ihm den Pokal nicht einfach wieder zurückschieben — der Freitagstexter ist doch kein Pingpongspiel.

Gold
und damit auch Ehre und Pflicht, den nächsten Freitagstexter auszurichten, gehen verdienterweise an La Mamma für ihre Schilderung der Motivationssteigerung, die das neue, formschöne Männer-Regal beim weiblichen Hauspersonal auslöst:

„fräulein anna hat jetzt viel mehr freude beim abstauben des bücherregals.“

Herzliche Gratulation!

Und hier geht’s zum nächsten Freitagstexter:

Die ewige Bestenliste auf Twitter: twitter.com/Freitagstexter

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