Würde ich in Dresden leben, wäre ich ein Neustädter. Denn: In der Dresdner Neustadt gibt’s alles, was es für ein cooles Quartier und ein urbanes Leben braucht: Coole Beizen, coole Läden, coole Kulturangebote und ein lebendiges Quartierleben…

Allerdings: Sobald ein Stadtviertel so trendy wird wie Dresden-Neustadt, steigt der ökonomische Druck auf die günstigen Ladenlokale und Wohnungen. Kreative Nischen werden von lukrativeren Nutzungen verdrängt — und diejenigen, die viel zur Attraktivierung des Quartiers beigetragen haben, können es sich nicht mehr leisten, da zu leben. Noch gibt es nicht viele luxussanierte Häuser in der Neustadt, aber ich bin mir sicher: Die Gentrification hat bereits begonnen.

Vom 22. bis 24. Juni 1990 wurde die Bunte Republik Neustadt ausgerufen und mit einem grossen Stadtteilfest gefeiert. Seither feiert sich die Neustadt jeden Juni von Neuem — wenige Male von Ausschreitungen überschattet, meist aber friedlich. Die Bunte Republik Neustadt lockt jeweils über 100’000 BesucherInnen an. In den mehr als 20 Jahren hat sich die BRN allmählich entpolitisiert, dafür ist das Neustädter Stadtteilfest wahrscheinlich das einzige, das ein eigenes Museum hat: Es lebe die Bunte Republik Neustadt!

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