Ein in Brauntönen gehaltenes Politplakat (vgl. Schweiz. Sozialarchiv), das von der Gewerkschaft Kultur, Erziehung und Wissenschaft in Auftrag gegeben wurde und in den 1980er Jahren in vielen WGs hing, zeigt den nun verstorbenen Zürcher Regierungsrat Gilgen vor dem Rohr einer Panzerhaubitze im Gespräch mit Bundespräsident Gnägi (1917 – 1985) und Regierungsratskollege Stucki (1924 – 2006). In der Sprechblase sagt Gilgen: „Es ist mir egal, ob ich mit Kanonen auf Spatzen schiesse, Hauptsache ist, ich treffe.“ Das Zitat stammt aus der Kantonsrat-Debatte um den Fall „Jost“, einem Lehrer, dessen Anstellung nicht erneuert wurde, weil der Erziehungsdirektion von privater Seite zugetragen wurde, er habe sich an Demonstrationen beteiligt, die den Staat ablehnten. Berufsverbot für einen Lehrer auf der Basis einer privaten Denunziation — diese Kommunistenfresserei à la McCarthy war kein Einzelfall und darf nach Gilgens Tod auch nicht beschönigt werden. Dass sich Gilgen unzimperlich und direkt einmischte, machte ihn zur bestgehassten Reizfigur der Achtziger Bewegung, die ihn ebenso wenig zimperlich an den Galgen wünschte.

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