Was sich schon lange abgezeichnet hat, wird Ende Mai Tatsache: Bei www.twoday.net gehen die Lichter aus — schade! Denn diese Plattform bot nicht nur mir, sondern vielen BloggerInnen eine Heimat. Mehr noch: twoday vernetzte die BloggerInnen zu einer Community — dank twoday haben wir im ganzen deutschen Sprachraum nicht nur virtuelle, sondern reale Freunde und Freundinnen gefunden. Umso bedauerlicher, dass dieses Netzwerk nun endgültig offline geht!

Das Ende hat sich allerdings schon 2014 abgezeichnet: Nachdem klar wurde, dass twoday keine neuen BloggerInnen mehr ins Netzwerk aufnimmt, erklärte Neonwilderness Warum twoday stirbt. Er kritisierte in diesem Eintrag twoday’s Strategie des langsamen Ausblutens sowie die mehr als lausige Kommunikation. Mit seinem Blogeintrag schreckte er nicht nur mich, sondern auch viele andere twoday-BloggerInnen auf — der Exodus begann. Mich animierte Neonwilderness dazu, mir Gedanken zur Zukunft meines Blogs zu machen. Ich entschloss mich, einen eigenen WordPress-Blog aufzubauen:

Wenn es Nacht wird über twoday

Ich habe dann mit viel Aufwand alle meine Einträge samt Kommentare von meinem alten twoday-Blog auf meinen neuen Blog gezügelt. Für einige Wochen schrieb ich Teasertexte auf twoday und verlinkte sie mit den neuen Beiträgen auf meinem neuen Blog. In der Folge reagierte Neonwilderness auf meinen Umzug und auf präsentierte auf twoday ein Rezept, wie man den neuen WordPress-Blog auf dem alten twoday-Blog spiegeln kann: WordPress heiratet Twoday. Ich konnte sein Rezept problemlos umsetzen. Seither bloge ich auf meiner WordPress-Seite und man findet mich und meine Einträge tel quel auch auf twoday.

Just married!

Seit es Nacht wurde über twoday
bis zum endgültigen Lichterlöschen
hat es nun vier Jahre gedauert.

Meine Erfahrungen mit der Verheiratung von WordPress mit twoday habe ich in Just married! festgehalten. Zur Zeit würde ich allerdings von einer solchen Heirat abraten, zumal schon bekannt ist, wann der Ehepartner das Zeitliche segnet. Im selben Beitrag habe ich auch meine Erfahrungen im Zusammenhang mit der „Züglete“ von twoday auf WordPress geteilt. Diese Riesenarbeit steht — falls twoday nicht zu antville umzieht — nämlich allen bevor, die nicht wollen, dass ihre twoday-Blogeinträge im Daten-Nirvana des Internets verschwinden. Meine Tipps: Es lohnt sich, den Umzug gut zu planen, einige Tests zu machen und ein WordPress-Theme zu wählen, das nicht allzu weit vom twoday-Layout entfernt ist. Schliesslich erscheinen die importierten twoday-Beiträge in WordPress zunächst als Entwürfe, die nach und nach kontrolliert und freigeschaltet werden müssen — am besten ist wohl, bei den neusten Einträgen zu beginnen und sich dann allmählich in die Vergangenheit zurückzuarbeiten.

Neonwilderness hat ein Tool entwickelt, um die Daten von twoday so runterzuladen, dass man sie nachher problemlos ins WordPress importieren kann. Ich habe zwar Blog Export on steroids von Neonwilderness nicht getestet, bin mir aber sicher, dass dieses Tool, das er immer wieder auf den neusten Stand gebracht hat, optimal ist für den Umzug von twoday auf WordPress. Ob twoday-BloggerInnen planen, ihre Inhalte auf eine WordPress- oder eine andere Bloggerplattform hochzuladen, ist egal — sie sollten sich ihre Inhalte zumindest auf dem eigenen Computer sichern, bevor twoday definitiv die Lichter löscht.

Verlust der Community

Dass die BloggerInnen auf twoday zu einem Umzug gezwungen werden, ist wahrscheinlich noch zu verkraften. Schlimmmer jedoch ist die Zerstörung der Community, die mit dem Abschalten von twoday einhergehen wird. Mit der Verheiratung von WordPress mit twoday habe ich die Erfahrung mit dem Verlust der twoday-Community bereits 2015 gemacht. Meine alten und neuen Einträge sind zwar auf meiner alten twoday-Adresse auffindbar, neue Einträge werden aber auf der Liste der neuen twoday-Posts nicht aufgelistet, weil sie auf twoday nur gespiegelt werden.

Was gibt es für Alternativen?

1. Toll wäre, wenn twoday in antville integriert würde. So könnte der Software-Problemlösungsstau von twoday beseitigt werden. Und nach der nicht ganz unproblematischen Migration entstünde kaum Mehraufwand für die Betreuung.

2. Eine Parallel-Installation bei antville würde das Weiterleben von twoday bedeuten, aber den Software-Problemlösungsstau nicht beseitigen.

3. Hilfreich ist auch die Liste von Frau CAraxe mit den neuen Blog-Adressen alter twoday-Mitglieder, auf die man sich per Kommentar selber eintragen kann:

Exiladressen der Todgeweihten

4. Was aber wünschenswert wäre, ist eine Homepage friendsoftwoday.net, die nicht nur die neuen Blogadressen der alten twoday-BloggerInnen auflistet, sondern auch anzeigt, wer was wo neu geschrieben hat, analog zur Liste der neusten Beiträge auf der twoday-Startseite. Ich stelle mir vor, dass man sich auf dieser Homepage einloggt, die Daten seines neuen Blogs angibt, und diese Homepage dann automatisch die neuen Einträge auflistet. So bliebe die versprengte twoday-Community virtuell zusammen. Leider fehlt mir das Programmier-Knowhow, um so eine Homepage aufzusetzen, aber ich würde natürlich sofort mitmachen.

Herzliche Grüsse an alle twoday-BloggerInnen!

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