77 Jahre hat er gesendet, der Landessender Beromünster, und das so stark, dass man in Gunzwil keinen Radioempfänger brauchte, um den Fussballmatch zu verfolgen — ein Dachkänel genügte. Nachdem 1931 der Mittelwellensender den Betrieb aufgenommen hatte, wurde Münster in Beromünster umbenannt, damit man den Landessender auf der Wählskala des Radiogeräts vom deutschen Sender in Münster (Westfalen) unterscheiden konnte. Kurz: Meine nächste Expedition in die Agglo ist eigentlich eine historische Radiowanderung — aber nicht nur, denn rund um Beromünster gibt es auch andere interessante Geschichten am Wegrand.
Radio Beromünster hätte eigentlich Radio Gunzwil heissen müssen, denn der Landessender stand auf Gunzwiler Gemeindegebiet, aber «Radio Gunzbu» kam für so eine nationale Institution irgendwie nicht in Frage. Also entlehnte der Sender seinen Namen vom benachbarten «Möischter», das sich aber zuerst noch umtaufen musste.
Was es zum Landessender Beromünster sonst noch zu erzählen gibt, vermitteln die 7 Hörstationen am Beromünster-Radioweg. Sehenswert sind ausserdem: der Stiftsbezirk St. Michael mit den Chorherrenhäusern, die Waldkathedrale, der Sendeturm auf dem Blosenberg und das ehemalige Betriebsgebäude das Landessenders, das heutige KKLB. Beromünster schliesslich ist nicht nur ein schöner Ort, der vieles zu bieten hat — der «Fläcke» leidet nämlich unter dem Durchgangsverkehr. Abhilfe bringen soll eine Umfahrung, die 70 Millionen Franken kostet.
- Beromünster hat ein Verkehrsproblem: der ganze Verkehr führt durch den «Fläcke».
- Die frühromanische Stiftskirche St. Michael wurde im 17. und 18. Jh. barockisiert.
- Das Chorherrenstift ist eine architektonisch einmalige Anlage von nationaler Bedeutung.
- Ein besonderes Bijou ist die Waldkathedrale oberhalb von Beromünster.
- Der Weg zum Landessender ist auch eine Radiowanderung mit 7 Hörstationen.
- Der 217 m hohe Blosenbergturm war bis 1978 das höchste frei stehende Bauwerk der Schweiz.
- Kunst am Ende des Beromünster-Radiowegs bei Hörstation 7 auf 800 m.ü.M.
- Das Betriebsgebäude des Landessenders — seit 2010 ein Ort für Kunst und Kultur
- Seit der Übernahme durch Anda und Heinz Marti ist das KKLB mehr eine Eventlocation.
- Der «White Elephant» von Sipho Mabona (Foto von 2014) ist nicht mehr im KKLB.
- Von der 1992 eingestellten Bahnlinie nach Beinwil am See blieb nur das Bahnhofsgebäude.
- Das Verkehrsproblem von Beromünster soll mit einer Umfahrung gelöst werden.
Der weisse Elefant
2014 war im KKLB ein lebensgrosser, 250 kg schwerer Papierelefant zu sehen: «White Elephant» — ein riesengrosses Origami aus einem 15 x 15 m grossen Papierblatt, gefaltet von Origami-Künstler Sipho Mabona und seinem Team. Fasziniert habe ich damals einen Blog-Beitrag verfasst: Gefalteter Elefant. Der frisch renovierte Beitrag ist immer noch lesenswert, allerdings weiss ich nicht, wo Mabonas Papierelefant abgeblieben ist…
Die Expeditionsroute

Die Wanderung zum Landessender führt vom «Fläcke» Beromünster (S/Z) über den Stiftsbezirk (1) und die Waldkathedrale (2) zum Sendeturm auf dem Blosenberg (3) und weiter über das KKLB (4) und Gunzwil (5) zurück nach Beromünster, wo wir uns die geplante Umfahrung (6) ansehen. Total 12.5 km, 230 m auf- und abwärts, gut 3 Stunden Wanderzeit.
Diese Wanderung folgt zuerst dem Beromünster-Radioweg. Der Aufstieg von Beromünster (642 m.ü.M.) zum höchsten Punkt der Tour (800 m.ü.M.) ist gemütlich. Oben reicht der Rundblick vom Jura übers Mittelland bis in die Berge. Durch eine landwirtschaftlich geprägte Hügelandschaft geht es zuerst zügig, dann sanft hinunter ins Moosbachtal zum KKLB und dann fast flach über Gunzwil zurück nach Beromünster. Abgesehen von einem kurzen Stück in der Waldkathedrale führt die Route nirgends durch bewaldetes Gebiet. Die Wege sind meist landwirtschaftlich genutzte Feldwege, die etwa zur Hälfte asphaltiert sind.
Die Details zur Wanderung
- Datum und Zeit: Freitag, 17. April 2026, 8.50 Uhr
- Ersatzdatum: Mittwoch, 22. April 2026, 8.50 Uhr (am ursprünglichen Ersatzdatum am 24.4. ist mir etwas dazwischen gekommen)
- Treffpunkt: Torbogen vor dem Bahnhof Luzern
- Teilnehmende: maximal 15 Personen
- Anreise: Bus 50 nach Beromünster, 9.05 ab Kante L
- Länge & Höhendifferenzen: 12.5 km, 230 Hm auf- und abwärts
- Wanderzeit & Dauer: gut 3 Stunden, mit Hin- & Rückreise und vielen Pausen 7 Stunden
- Rückreise: Bus 50 von Beromünster zurück zum Bahnhof Luzern
- Ausrüstung: Gute Schuhe, Kleider für Wind & Wetter, Regenschutz, Picknick, Getränke
- Disclaimer: Wer mitkommt, tut dies auf eigenes Risiko. Wir übernehmen keine Haftung.
- Kosten: Ticket nach Beromünster retour und Auslagen für Picknick und Getränke
- Schlechtwetter: Bei zu garstigem Wetter wird die Tour aufs Ersatzdatum verschoben.
Anmeldung
Eine Anmeldung per Email, WhatsApp oder Telefon an 041 420 27 46 ist erwünscht, damit ich weiss, wie viele mitkommen. Ich freue mich auf alle, die mich auf dieser Radiowanderung begleiten.















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