Wer weiss, dass ich mich vor drei Jahren in einem Kommentar auf Frau Froggs Blog als Verfechter von Salatschleudern und als bekennende Besteckladenschwuchtel geoutet habe, verwundert nicht, dass ich ein Fan der Mini-Menagen bin, die im Speisewagen der SBB manchmal zur weit und breit besten Tomatensuppe auf den Tisch gestellt werden — nicht, dass es Salz oder Pfeffer brauchen würde, aber diese Mini-Menagen sind einfach süss!

Menage

Beizen-Menage

A propos Menagen: In den gutbürgerlichen Beizen der Schweiz steht auf jedem Tisch eine Menage mit Aromat, Würze, Salz und Pfeffer und Zahnstochern — ein fast schon nostalgisches Markenzeichen für ein typisch schweizerisches Restaurant, wie dieser Blogeintrag von Piattoforte (Bild) zeigt.

Wenn es ums Aromat geht, sind wir Schweizer uns einig: Dieses Nationalgewürz gehört zur Schweiz wie das Schweizerkreuz, das Matterhorn oder die Schokolade. Das geht so weit, dass wir, wenn wir in die Ferien fahren, eine Dose Aromat einpacken — als gewürzmässige Rückversicherung haben wir die Schweiz als Essenz immer dabei. Zumindest meine Mutter und auch Frau Froggs Mutter haben vor der Fahrt in die Ferienwohnung jeweils das Aromat eingepackt. Doch niemand kann das innige Verhältnis der SchweizerInnen zu ihrem Aromat besser darstellen, als Gisela Widmer mit ihrer schweizerdeutschen Radiokolumne Knorrli auf der Hörbühne von Radio DRS — einfach grossartig, unbedingt nachhören!

AusländerInnen können mit unserem Nationalgewürz weniger anfangen. Die einfache Frage „Can somebody tell me why do Swiss people add Aromat to everything they cook? Hehe. Does this also exist in your country?“ von Nikkito auf dem English Forum Switzerland löste sage und schreibe 135 Antworten aus. Die Debatte drehte sich allerdings vor allem um die Schädlichkeit von MSG im Aromat (Monosodium glutamate bzw. Mononatriumglutamat) — anyway, AusländerInnen werden uns in Sachen Aromat nie verstehen!

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